Wichtige Abnehmerindustrien mit pessimistischen Aussichten

Ansprechpartner: Joshua Wagener

VDA und VDMA als Spitzenverbände der Automobilindustrie bzw. des Maschinen- und Anlagenbaus gehen von einer Eintrübung der Geschäftslage aus. Beide Verbände haben ihre Prognosen für das laufende Jahr aktualisiert. Da die Branchen als wichtigste Abnehmerindustrien für Massivumformer gelten, wirken sich konjunkturelle Entwicklungen unmittelbar auch auf diese Betriebe aus.

Der VDA hat die Absatzprognosen für Pkw im Jahr 2022 für die Märkte Deutschland, Europa und die Vereinigten Staaten deutlich nach unten korrigiert. Während in Deutschland zuvor noch von einem Wachstum von drei Prozent ausgegangen wurde, prognostiziert der VDA nun einen Rückgang um sechs Prozent. Für Europa wurde die Prognose von einer Stagnation auf einen Rückgang um vier Prozent angepasst. In den Vereinigten Staaten soll sich der Pkw-Absatz im laufenden Jahr bei einem Minus von sieben Prozent bewegen (zuvor -1 Prozent).

In den westlichen Ländern machen sich weiterhin die fehlenden Verfügbarkeiten von Vormaterialien und Rohstoffen bemerkbar. Außerdem führen die Zinsanstiege zu vermehrter Konsumzurückhaltung. Insgesamt soll sich der Pkw-Absatz im Jahr 2022 auf 2,5 Millionen Fahrzeuge in Deutschland belaufen, in den USA auf 13,8 Millionen Fahrzeuge.

Wachstumsimpulse erwartet der VDA hingegen aus China. Hier sollen die durchgeführten Steuersenkungen sowie Aufholeffekte nach den COVID-19-Lockdowns ein kräftiges Wachstum ermöglichen. Die Prognose geht von einem Anstieg des Pkw-Absatzes im Jahr 2022 um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Damit wurde die vorherige Prognose um sechs Prozentpunkte noch oben korrigiert. Für den gesamten Weltmarkt geht der VDA weiterhin von einer Stagnation aus. Insgesamt sollen weltweit 71,4 Millionen Fahrzeuge im laufenden Jahr abgesetzt werden.

Auch der VDMA hat eine neue Prognose zur preisbereinigten Produktion in Deutschland veröffentlicht. Der Spitzenverband des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus rechnet für das laufende Jahr noch mit einem Wachstum von einem Prozent. Obwohl die Unternehmen derzeit noch einen hohen Auftragsbestand ausweisen können, wirken Material- und Fachkräftemangel dämpfend. Für das kommende Jahr prognostiziert der VDMA hingegen einen preisbereinigten Produktionsrückgang um zwei Prozent. Aufgrund der gesamtwirtlichen Rahmenbedingungen wird mit einem zurückhaltenden Investitionsverhalten gerechnet.

Für die massivumformenden Betriebe wirken sich die rückläufigen Entwicklungen in der Automobilindustrie sowie dem Maschinen- und Anlagenbau direkt nachfrageseitig aus. Nachdem die Unternehmen bereits angebotsseitig unter dem Fachkräftemangel, fehlenden Vormaterialien und steigenden Energiepreisen leiden, droht sich die Situation weiter zu verschärfen.

Prognose Absatz Pkw-Automobilmarkt