Last, but not least: Hohe Beteiligung und intensiver Austausch beim IMU-Arbeitskreis Automatisierung

Am 11. Dezember 2025 traf sich der IMU-Arbeitskreis Automatisierung – beinahe schon traditionell – kurz vor dem Jahreswechsel und erfreute sich mit 30 Teilnehmern eines sehr hohen Interesses. Die Lasco Umformtechnik GmbH in Coburg fungierte als professioneller Gastgeber sowohl für das Vortrags- und Diskussionsprogramm als auch für die ausgiebige und fachkundige Werksführung.

Nachdem sich der Großteil der Teilnehmer erstmals seit langer Zeit beim Vorabendtreffen in der sehenswerten Coburger Altstadt versammelt und eingestimmt hatte, stand am 11. Dezember ein breitgefächertes Vortragsprogramm bereit. Trotz des kurzfristigen Ausfalls eines geplanten Referenten deckte die Agenda ein breites Spektrum der Prozesskette der Massivumformung ab: 

Zu Beginn begrüßte Frank Severin (IMU) die Teilnehmer des Arbeitskreises und wies auf die Einhaltung der kartellrechtlichen Bedingungen hin. Nicklas Trier und Fabian Lünz vom gastgebenden Unternehmen folgten der Begrüßung mit einer Kurzvorstellung der Lasco Umformtechnik GmbH. Daraufhin gab es viel Zahlenmaterial: Frank Severin (IMU) stellte Auszüge aus dem World Robotics Report 2024 für den Bereich Industrierobotik vor. Dieser wurde von der IFR – Int. Federation of Robotics in Frankfurt a.M. zur Verfügung gestellt. 

Anschließend stellte Kai Krzyzanowski (Lasco Umformtechnik GmbH) Förderung von Ressourceneffizienz, Qualität und Produktivität durch die aktuellen Entwicklungen der Lasco-Automatisierungen vor. Auf Grundlage der technologischen, wirtschaftlichen, ökologischen und regulatorischen Herausforderungen in der Schmiedeindustrie machten seine Praxisbeispiele aus den Anwendungsfeldern Greifen, Ausrichten, Transportieren, Abstapeln sowie Werkzeugschmierung das Auditorium neugierig auf den bevorstehenden Betriebsrundgang durch die Produktionshallen. 

Zunächst übergab er noch das Mikrofon an Jürgen Krebs (BEWA solutions GmbH), der über das vorhandene Portfolio der optischen 3D-Vermessung von rotationssymmetrischen Schmiedewerkstücken im kalten sowie heißen Zustand berichtete. Er erläuterte die unterschiedlichen Anforderungen an die Messkonzepte in Abhängigkeit der Temperatur für die Maßprüfung und die Prüfung auf Füllverhalten. Besonders zielführend waren auch seine Hinweise auf Anwendungsgrenzen in technologischer und wirtschaftlicher Hinsicht, zum Beispiel bei der Frage nach der Rissprüfung. Dies gilt auch für die Einschätzung des Absatzmarktes unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Bedingungen (Trend: Low-Budget-Prüfplätze für die lokalen Märkte in Südostasien).

Daraufhin nahm der Arbeitskreis den geplanten Ortswechsel, sprich: den Werksrundgang und die Maschinenvorführung vor: Nicklas Trier und Fabian Lünz (Lasco Umformtechnik GmbH) führten zwei Gruppen sachkundig durch die Fertigungs- und Montagehallen im Coburger Stadtteil Cortendorf (daher erklärt sich das „co“ im Firmennamen!) und stellten die Wertschöpfung im Anlagenbau vom geschweißten Maschinengestell über die Einzelteilfertigung und Montage aller notwendigen Komponenten bis zur abnahmefähigen Anlage dar. Die Teilnehmer konnten unter anderem sowohl die spanabhebende Bearbeitung von Pressenteilen und Hammergestellen auf eindrucksvollen Bohrwerken als auch die Fertigung von Kolbenstangen beobachten. Einen weiteren Teil des Rundgangs bildeten die Vorführung eines Moduls zum „NextGen Bin-Picking“ und der Testlauf einer Presse für die Baustoffindustrie. 

Eine folgerichtige Ergänzung zum Praxisteil lieferte anschließend Gregor Przybylla (SGGT Hydraulik GmbH) mit seinem Vortrag über zahlreiche Anwendungsfälle und die wirtschaftlichen Vorteile des automatisierten hydraulischen Entzunderns von Schmiedehalbzeugen. Dabei standen die Argumente für Wasser als Medium und die physikalischen Grundlagen unter Berücksichtigung der auftretenden Primär- und Sekundärzunderphasen nach der Erwärmung im Fokus. 

Den Schlusspunkt der Vortragsreihe setzte schließlich wiederum Frank Severin mit einigen organisatorischen Hinweisen und dem Aufruf zur aktuellen Umfrage über das Seminar- und Weiterbildungsangebot des IMU in der Schmiede-Akademie. 

Nach jeder einzelnen Präsentation, oft durch bewegte Bilder aus den Praxisanwendungen unterstützt, nutzen die Teilnehmer die geplante Zeit für angeregte Diskussionen zum komplexen Thema der Automatisierung – zunehmend auch im Hinblick auf die Implementierung von KI-Lösungen. Der Industrieverband Massivumformung e. V. bedankt sich bei allen Referenten und Teilnehmern für die wertvollen Beiträge und den konstruktiven Austausch. 

Ein besonderer Dank zum Gelingen der Veranstaltung gilt neben den vorgenannten Personen auch Irene Richter und Pia Krämer sowie deren Team für die Gastfreundschaft und die hervorragende Organisation und Durchführung dieses Arbeitskreises. Alle Teilnehmer sind sich einig, die nächste Arbeitskreissitzung im Jahr 2026 wiederum in ähnlicher Form und Struktur bei einem Unternehmen mit Möglichkeiten eines interessanten Betriebs- oder Laborrundgangs durchzuführen. Geplant ist dieser Termin im November. 

IMU-Ansprechpartner:

Andreas Kucharzewski, akucharzewski(at)massivumformung.de

Frank Severin, fseverin(at)massivumformung.de