Ausgangspunkt der Kampagne ist die geplante Erweiterung des Carbon Border Adjustment Mechanism auf nachgelagerte stahl- und aluminiumintensive Produkte. Der zuständige ENVI-Ausschuss des Europäischen Parlaments hat seine Position bereits beschlossen. Aus Sicht von EUROFORGE bleibt diese jedoch unvollständig: Vergleichbare Schmiedeprodukte werden teilweise unterschiedlich behandelt, obwohl Vormaterial, Herstellungsverfahren und CO₂-Intensität weitgehend identisch sind.
EUROFORGE hat deshalb seine bisherige CN-Code-Liste technisch noch einmal vollständig überprüft und die politische Forderung für die anstehende Parlamentsabstimmung bewusst fokussiert. Im Mittelpunkt stehen besonders gut begründbare Schmiedeprodukte, bei denen die bestehende Auswahl aus Sicht der Industrie nicht konsistent ist. Ziel ist keine pauschale Ausweitung des CBAM, sondern eine gezielte Korrektur klar erkennbarer Lücken.
In der ersten Kampagnenphase wurden der Berichterstatter des Europäischen Parlaments, die Schattenberichterstatter der Fraktionen sowie weitere zentrale Abgeordnete direkt angeschrieben. Da der ENVI-Bericht bereits für das Plenum vorliegt, können zusätzliche Positionen nur noch über einen Plenaränderungsantrag aufgenommen werden. Genau hier setzt die aktuelle EUROFORGE-Initiative an. Gleichzeitig wurden die nationalen EUROFORGE-Verbände mobilisiert. Sie sprechen gezielt die relevanten Europaabgeordneten ihrer Länder an und unterstützen damit die zentrale Brüsseler Kampagne aus den Mitgliedstaaten heraus. EUROFORGE stellt dafür eine einheitliche Position, einen konkreten Amendment-Vorschlag und die technische Begründung zur Verfügung.
Die Kernbotschaft ist einfach: „Wer CO₂-intensive Vormaterialien unter CBAM stellt, darf die daraus hergestellten Importprodukte nicht außen vor lassen.“ Andernfalls verlagert sich Carbon Leakage lediglich eine Stufe weiter in der Wertschöpfungskette – zulasten der europäischen Schmiedeindustrie. Zudem müssen vergleichbare Produkte aus denselben Materialien und mit vergleichbaren emissionsintensiven Herstellungsprozessen auch regulatorisch vergleichbar behandelt werden. Dies ist aufgrund der lückenhaften Position des Parlaments bisher nicht gegeben.
Die Abstimmung im Europäischen Parlament Mitte September ist daher ein wichtiger nächster Meilenstein. Danach richtet sich der Blick auf den Trilog zwischen Parlament, Rat und Kommission. EUROFORGE wird die Kampagne dort konsequent fortsetzen, um bereits erreichte Positionen zu sichern und verbleibende Lücken im finalen Kompromiss zu schließen.