Am 26. Februar 2026 fand am Institut für Eisenhüttenkunde (IEHK) der RWTH Aachen die 7. und damit abschließende Sitzung des IGF-Projekts „LHN-Schmiedestahl – Entwicklung lufthärtender Nitrierstähle für Bauteile mit großer Oberflächenbelastung“ (IGF 22346 N) statt . Die Sitzung wurde im Hybridformat durchgeführt; neben 12 Teilnehmenden vor Ort waren weitere fünf Personen online zugeschaltet.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse wurden von Nelli Gorin (GFE) und Can Akkus (IEHK) vorgestellt.
Für inhaltlich Interessierte:
- Im Mittelpunkt standen die Untersuchungen zu gas- und plasmanitrierten LHD-Stählen im Vergleich zu Referenzwerkstoffen wie 42CrMo4. Die Auswertungen zeigen, dass die LHD-Stähle eine ausgeprägte Nitrierbarkeit mit hohen Stickstoffrandkonzentrationen und Nitriertiefen von bis zu etwa 350–400 µm erreichen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Aluminiumgehalt die Nitriertiefe sowie die Kohlenstoffverarmung in der Diffusionszone maßgeblich beeinflusst. Im Vergleich zu den Referenzstählen trat bei den LHD-Varianten eine geringere und weniger tief reichende Poren- und Oxidbildung in der Randzone auf. Ergebnisse aus der Pilotfertigung belegen zudem die grundsätzliche Eignung des Legierungskonzepts für geschmiedete Demonstratorbauteile. Nach dem Nitrieren zeigte sich eine erhöhte Streckgrenze bei gleichzeitig veränderter Zähigkeit, was weitere Optimierungen – insbesondere im Hinblick auf Ermüdungseigenschaften und Oberflächenzustand – nahelegt. Die Nitriertiefe der Pilotbauteile lag bei rund 250 µm.
Vor dem Hintergrund des nahenden Projektabschlusses wurden Transfermaßnahmen abgestimmt. So wurde auch vereinbart, die Projektergebnisse im Rahmen der CastForge, am Nachmittag der IMU-Jahrestagung am 9. Juni in Stuttgart zu präsentieren. Darüber hinaus wurde ein Folgeantrag („LHN2“) mit Fokus auf Verschleißbeständigkeit, interkritisches Nitrieren und weitere Legierungsoptimierungen diskutiert.