Benutzeranmeldung

Aktuelles

 

 

7. Asia Forge Meeting 2019 - EUROFORGE Delegation erlebt dynamische Wachstumsperspektiven in Indien

06.02.2019

Vom 18.-24. Januar lernten die europäischen Besucher und Aussteller des Asia Forge Meetings (AFM 2019), der dreijährig stattfindenden zentralen Konferenz der asiatischen Massivumformverbände, ein herzliches und zukunftsorientiertes diesjähriges Gastgeberland Indien kennen. Mit einem bunten Programm aus Vorträgen, Zulieferausstellung, Werksbesichtigungen und Rahmenveranstaltungen gab es vielfältige Möglichkeiten, sich zum Stand der Branche in dem asiatischen Boomland zu informieren.

Noch vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung hatte EUROFORGE, der Dachverband der europäischen Massivumformindustrie, die anwesenden europäischen Delegierten zu einem Begrüßungs-Meeting eingeladen, bei dem der Direktor der Indo-German Chamber of Commerce am Standort Chennai, Gopalan, einen Vortrag zum Thema „Doing business in India“ hielt. Er betonte dabei die aktuell hohen Wachstumsperspektiven in Indien, die sowohl auf eine starke Binnennachfrage in Folge von Infrastrukturprojekten als auch auf zunehmende internationale Exporte zurückzuführen sind. Die formellen Voraussetzungen für Handels- und Leistungsbeziehungen zu Indien seien gut, wenngleich die kulturellen Unterschiede nicht unterschätzt werden dürften.

Dem Welcome Dinner am Abend des 18. Januar „Open Air“ am Strand von Chennai mit buntem Showprogramm folgte am Morgen des 19. Januar die offizielle Eröffnung des AFM 2019 mit einem Keynote Vortrag von Professor Jhunjuhnwala vom Madras Indian Institute of Technology in Chennai zum Thema „E-Mobility in India“. An der folgenden Podiumsdiskussion zum Thema „Disruptive developments in the forging industry“ nahmen auch die europäischen Vertreter Tobias Hain, EUROFORGE, und Peter Bierhalter, Presstrade, teil. Im Kreis herrschte Einigkeit, dass die Auswirkungen der E-Mobilität die Branche der Massivumformung mittelfristig verändern werde. Zur Lösung der weltweiten Klimaziele zeichnen sich regional unterschiedliche Wege ab (so beispielsweise der Aufbau einer Batteriewechsel-Infrastruktur in Indien) – notwendig sei daher weiterhin auch die Weiterentwicklung der Verbrennungsmotortechnologie (evtl. mit Einsatz synthetischer Kraftstoffe) sowie weiterer Antriebskonzepte, wie beispielsweise der Brennstoffzelle.

Im Anschluss an die Diskussion berichteten die asiatischen Verbände über die Entwicklung der Industrie in den jeweiligen Ländern. Bemerkenswert war hierbei, dass beim Volumen- (und bisherigen Wachstums-)Weltmeister China aufgrund des anhaltenden Zollkonflikts mit den USA von einer eher stagnierenden Entwicklung in 2019 ausgegangen wird. Auch Korea, Japan und Taiwan berichteten von eher verhaltenen Aussichten. Einzig Indien geht von deutlichen Wachstumsraten seiner Massivumformindustrie in 2019 und den Folgejahren aus, was die anfängliche Einschätzung des AHK Repräsentanten in dem EUROFORGE Meeting bestätigte.

In den folgenden zwei Konferenztagen konnten sich die insgesamt 800 Besucher des Asia Forge Meetings 2019 über die 27 technischen Präsentationen und die umfangreiche Zuliefermesse mit 75 Ausstellern ein Bild von den neuesten Entwicklungen in der Zulieferindustrie der Branche machen. Besonders interessant für die europäischen Delegierten war es neue asiatische Zulieferer kennenzulernen, die bisher auf dem europäischen Markt noch nicht auftreten.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von einem Sightseeing am Anreisetag, dem Gala Dinner mit Showprogramm am Abend des 19. Januar sowie einer Verleihung von Preisen für herausragende Unternehmerpersönlichkeiten aus den asiatischen Verbänden am Schlusstag. Die nach europäischen Maßstäben nicht immer perfekte zeitliche und räumliche Organisation des AFM 2019 glichen die Gastgeber mit viel Herzlichkeit und einigem Improvisationstalent aus.

Nach der feierlichen Schlusszeremonie teilten sich die verbleibenden Besucher auf drei jeweils dreitägige Besichtigungstouren auf: Tour 1 enthielt acht Werksbesuche in der südlichen Region zwischen Chennai und Bengalore; auf Tour 2 wurden neun Werke im Westen Indiens zwischen Rajkot und Pune besucht. Die dritte Tour führte nach Norden in die Gegend zwischen Neu Delhi und Ludhiana zu weiteren acht Werken. Über Firmenpräsentationen und Werksführungen gewannen die Delegierten einen guten Einblick in den technischen und kommerziellen Stand der indischen Massivumformung. Bei fast allen besuchten Werken waren internationale Produktivitäts-, Qualitäts- und Sicherheitsstandards sowie auf zunehmende Automatisierung und weiteres Wachstum ausgerichtete Investitionsaktivitäten festzustellen. Die Referenzen enthielten durchgängig internationale OEMs und 1st Tiers, die in Indien bis hin zu fertig montierte Teilsysteme beziehen.

EUROFORGE hatte den europäischen Delegierten aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und der Türkei, die an den Touren teilgenommen haben, einen strukturierten Fragebogen zur Erfassung der jeweiligen Informationen aus den besuchten Werken zur Verfügung gestellt. Die gesammelten Rückläufe aus den Erfassungen stehen den EUROFORGE Verbänden in Kürze zur Verfügung und können dort von den Mitgliedern abgerufen werden.

Die europäischen Teilnehmer des AFM 2019 nahmen eine Vielzahl an Eindrücken aus einem Land voller Gegensätze mit. Allen gemeinsam war die Erkenntnis, dass Indien sich in einer dynamischen Wachstumsphase befindet und als zukünftig noch stärkerer Player in der internationalen Massivumformung beachtet werden sollte.