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Industrie bekennt sich zu Klimazielen 2050

06.02.2018

BDI meldet sich mit Studie im Konzert der Klimapolitikberater zurück

Das Ziel der Bundesregierung, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 1990 zu reduzieren, ist technisch und wirtschaftlich möglich. Das ist eine zentrale Erkenntnis der Studie „Klimapfade für Deutschland“, die von den Beratungsgesellschaften Boston Consulting Group und Prognos im Auftrag des BDI erstellt wurde. Entscheidender als diese zunächst eindimensionale Botschaft sind jedoch die Voraussetzungen und Bedingungen für ein Einbiegen der deutschen Volkswirtschaft auf diesen Klimapfad, darauf haben die zahlreichen hochkarätigen Redner des Klimakongresses am 18. Januar in Berlin hingewiesen, in dessen Rahmen die Ergebnisse der Studie der breiten Öffentlichkeit vorgestellt worden sind.

Eine Fortschreibung der heutigen Klimaschutzpolitik würde laut der Studie zu einer Treibhausgasreduktion um 61 Prozent führen. Um die Lücke von 19 Prozentpunkten zu schließen, sind Zusatzinvestitionen von 1,5 Billionen Euro im Zeitraum bis 2050 erforderlich. Diese Investitionen können sich jedoch aufgrund der verminderten Importbedarfe von fossilen Energieträgern aus volkswirtschaftlicher Perspektive rechnen. Das gilt dagegen nicht für die Entscheider – Unternehmer, Autokäufer, Hausbesitzer – damit diese der politischen Zielvorgabe folgen und entsprechend investieren, muss der Staat Anreize setzen. Und nur wenn diese durch eine perfekte politische Regulierung erfolgen, kann der angesprochene Investitionsrahmen eingehalten werden.

Darüber hinaus wird klargestellt, dass ein 95-%-THG-Reduktionsziel nicht einfach ein bisschen mehr von allem, sondern in jeder Hinsicht eine andere Welt wäre. Volkswirtschaftlich wäre das erst dann denkbar, wenn alle großen Wirtschaftsräume der Welt vergleichbare Anstrengungen beim Klimaschutz durchführen würden. Selbst dann wäre ein solches Ziel schwierig, weil es beispielsweise die unterirdische Lagerung von CO2 (kurz: CCS) und auch Maßnahmen in der Landwirtschaft einschlösse. Maßnahmen also, die heute auf keine ausreichende Akzeptanz in der Bevölkerung stoßen.

Der BDI meldet sich mit der Studie Klimapfade für Deutschland im Konzert der Stimmen der Klimapolitikberater zurück – gerade rechtzeitig, um die für das laufende Jahr anstehende Validierung der Ziele des Klimaschutzplans 2050 mitzugestalten. Dafür werden die Aussagen der Studie zu den einzelnen Sektoren in weiteren Sektorworkshops bearbeitet und vertieft. Aus Sicht der Industrie müssen die Fortschritte in der Energie- und Klimapolitik einem konsolidierten, intensiven Monitoring unterliegen. Eine Veränderung der Rahmenbedingungen muss eine Anpassung der Zielformulierungen und Maßnahmen  ermöglichen, daher müssen die Sektorziele flexibel formuliert und die Maßnahmen technologieoffen gestaltet werden.

Download Studie Klimapfade für Deutschland (13 MB)
Download Handlungsempfehlungen des BDI (1 MB)