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Eine neue Kraft macht dem Fortschritt Dampf

Blick auf den Produktionsbereich der Schmiedag in Hagen (ca. 1910)

Ende des 18. Jahrhunderts verbreitete sich, unter anderem durch James Watt, der Einsatz von Dampfkraft in Maschinen. So stand der Schmiedetechnik im Zeitalter der industriellen Revolution dann ab Mitte des 19. Jahrhunderts eine Energiequelle von bis dahin nicht gekannter Größe zur Verfügung.

Die Schmiedeindustrie war ab diesem Zeitpunkt unabhängig vom Standort Fluss und entwickelte leistungsfähige Dampf- und später Lufthämmer. Bei einem Dampfhammer wurde der Bär mit einem Kolben, der sich in einem Zylinder befand, verbunden. Trat Dampf in diesen Zylinder ein, wurden Bär und Kolben gehoben. Der Bär traf dann frei fallend das Werkstück. Beim Oberdruckhammer wurde die Kraft des Bären durch zusätzlichen Dampfdruck beim Abwärtsgang auf den Antriebskolben verstärkt.

Dampf-Hammer "Fritz" in Essen (ca. 1860)

Der größte deutsche Dampfhammer mit einem Bärgewicht von 50 Tonnen war der berühmte Dampfhammer Fritz, der 1861 bei Krupp seine Arbeit aufnahm. Er wurde von einem Hammer aus Amerika mit dem spektakulären Bärgewicht von 125 Tonnen an Größe und Kraft noch übertroffen.

In vielen Sprichwörtern und Volksweisheiten spiegelt bis heute der Begriff "Schmieden" neben Zuverlässigkeit und Beständigkeit auch Dynamik und Flexibilität wider.

 "Er schmiedet Pläne."   "Sie schmieden eine Ehe."   "Jemand hat mehrere Eisen im Feuer."   "Schmiede das Eisen, solange es warm ist."   "Jeder ist seines Glückes Schmied."