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Der technische Fortschritt in den Händen der Schmiede

Blick in einen mittelalterlichen Rennfeuerbetrieb mit Schmiede

"Schmieden" ist die Sammelbezeichnung für alle Verfahren, bei denen an einem Werkstück aus Metall durch Wärme und Druck eine Verformung vorgenommen wird.

Das Schmieden von Metallen gehört zu den ältesten Arbeitstechniken des Menschen. Es war über Jahrtausende hinweg eine wesentliche Voraussetzung für die Einführung verbesserter Ackerbaumethoden, für die Entwicklung von Handwerk und Gewerbe, für die Herstellung von Geräten, Waffen und für den Schiffbau.

Schon um 4000 v. Chr. wurden in der Natur vorkommende reine Metalle wie Gold, Silber und Kupfer durch Schmieden zu Schmuck, Waffen und Gegenständen des täglichen Gebrauchs verarbeitet. Zum Bearbeiten des Metalls wurde ein Stein als Hammer verwendet.

Ab etwa 2500 v. Chr. kannte man in Ägypten, Mesopotamien und im Mittelmeerraum Bronze, eine Legierung aus Kupfer und Zinn mit verschiedenen Zusätzen. Auch Blechstücke wurden für die Weiterverarbeitung zu Gefäßen hergestellt.

Bereits im 9. Jahrhundert v. Chr. löste dann im Mittelmeerraum der Stielhammer aus Metall den Stein als Werkzeug des Schmiedes ab.

Etwa 1000 v. Chr. nahm Eisen den Rang eines Edelmetalles ein und wurde nur für Ziergegenstände verwendet.

Ab 700 bis 500 v. Chr. gewann es an Wichtigkeit beim Schmieden von Waffen und Werkzeugen und verdrängte die bis dahin verwendete Bronze weitestgehend. Aus der Hallstattzeit (mitteleuropäische Kulturperiode der älteren Eisenzeit) und der darauffolgenden La-Tène-Zeit (mitteleuropäische Kulturperiode der jüngeren vorrömischen Eisenzeit) belegen keltische Schwerter, Dolche, Rasiermesser und Fibeln aus Eisen bereits die Anwendung unterschiedlichster Schmiedetechniken.

Im römischen Lebensalltag spielte geschmiedetes Eisen in allen Lebensbereichen eine wichtige Rolle. So reduzierten die Römer relativ reine Erze in niedrigen Herden oder auch kleinen Schachtöfen mit Holzkohle unter Verwendung von Hand- und Tretblasebälgen. Die auf diese Weise gewonnenen Eisenklumpen schmiedeten sie dann aus.

Bis ins 13. und 14. Jahrhundert hinein waren das Verhütten und Schmieden des Eisens mit Hammer und Amboss unmittelbar miteinander verbunden. Die menschliche Muskelkraft begrenzte bis ins 14. Jahrhundert hinein die Größe der geschmiedeten Teile.